28. März
Wir fahren in Richtung Errachidia und müssen über den mittleren und hohen Atlas, besonders der grüne Bulli vom Klaus hat mit seinen 50 PS ordentlich zu schuften und erklimmt langsam aber stetig die Berge.
Die Nacht verbringen wir an der blauen Quelle von Meski. Einer heiligen Quelle an der ein Campingplatz liegt. Dies ist ein beliebter Treffpunkt für alle Wüstenfahrer, die weiter nach Merzouga oder Rissani in der Sahara wollen.
Leider ist der Platz hoffnungslos überfüllt mit Reisemobilen und Wohnwagen aus Deutschland. Vornehmlich rüstige Rentner haben sich einen Reiseführer in Deutschland engagiert, der sie mit ihren Fahrzeugen in der Kolonne durch Marokko führt.
Die Sanitären Anlagen sind, auch wegen des Andrangs auf dem Platz, eine Katastrophe.
In Marokko werden die meisten Campingplätze vom Staat gebaut und werden dann an Privatpersonen verpachtet. Leider richtet sich die Höhe der Pacht nach dem Zustand des Platzes. So findet man immer wieder Campingplätze die einst wunderschön angelegt mit neuen Duschen und Toiletten ausgestattet, heute eher Müllhalden und Kloaken gleichen.
Wir treffen eine Frau aus Süddeutschland, die früher selber Jugendgruppen geleitet hat. Sie schenkt uns alle Restlebensmittel, Kugelschreiber, Süßigkeiten und Zigaretten, die sie in den Tiefen ihres Wohnmobils findet.
Der Platz an sich ist schön gelegen, nur einige Souvenirverkäufer sind etwas aufdringlich.
Viele Kinder bieten uns aus getrockneten Palmwedeln gefertigte kleine Kamele oder Autos an, für umgerechnet 50 Cent bekommt man von den Kindern sein Auto aus Palmwedeln nachgebaut.
29. März
Am Nachmittag fahren wir los in Richtung Sahara, am Erg Chebbi (die größte Sanddüne in Marokko) vorbei wollen wir in das Örtchen Merzouga, wo wir schon alte Bekannte sind.Hinter Erfoud hört die asphaltierte Straße auf und es geht auf einer Piste weiter. Wir orientieren uns an der Telefonleitung, die neben der Piste entlangläuft.
Als die Telefonleitung endet, nehmen wir die Piste, die uns am befahrbarsten erscheint und achten darauf, den Erg Chebbi immer zu unserer Linken zu haben.
Die Strecke ist nur ca. 30 Km lang, aber wir benötigen gut 3 Stunden, bis wir Merzouga erreichen. Natürlich bleiben wir im Ort wie immer im Sand stecken.
Sofort sind 20 Dorfbewohner zur Stelle und wir versuchen, den schweren Opel Movano aus dem Sand zu schieben – keine Chance. Erst als sich einer der Marokkaner an Steuer setzt klappt es. Wieder etwas gelernt. Der Mann legt den Rückwärtsgang ein und bewegt den Wagen über den Anlasser, damit die Reifen nicht durchdrehen, während wir alle schieben. Als der Wagen wieder frei ist, springt er hinein und prescht mit Vollgas rückwärts auf Stefans Bulli los. Wir hören es schon knallen, aber kurz vorher kriegt der Mann noch die Kurve und der Wagen steht wieder auf der Piste.
Auf dem Campingplatz essen wir das erste Mal marokkanische Tagine, ein Drei-Gänge Menü und bestellen für den nächsten Morgen Kamele, um uns vom Erg Chebbi aus den Sonnenaufgang vom Rücken der Kamele anzuschauen.
30. März
Um fünf Uhr geht es los im Kamelgänsemarsch die Sanddüne hinauf. Um halb sieben sind wir wieder zurück auf dem Campingplatz. Noch einmal duschen, einpacken und wieder zurück auf die Piste.
Wir machen noch einen Halt am magazin de berber, einem Verkaufsladen, wo die Bewohner dieser Region ihre Teppiche zum Verkauf an Touristen abgeben. Dort erfahren wir viel über Herkunft, Machart und die Bedeutung der Muster der verschiedenen Teppiche. Wenn wir auch nichts kaufen, sind wir herzlich eingeladen worden, demnächst wiederzukommen und Werbung für das Geschäft zu machen.
Zurück in Erfout geht es weiter in Richtung Tinerhir. Die Straße ist teilweise versandet, weil hier vor zwei Tagen ein Sandsturm war. Wir kommen aber gut und schnell voran.
In Tinerhir biegen wir ab in die Todraschlucht, einem beeindruckenden Tal voller Oasen das sich in den Atlas zieht. Wir fahren schon seit Jahren auf den „Camping du Lac, garden of eden“, das ist der schönste Campingplatz den wir bisher in ganz Marokko gefunden haben. Durch den Campingplatz fließt ein kleines Bergflüsschen, das sich hervorragend dazu eignet, Getränke zu kühlen. Die Toiletten und Duschen sind sehr sauber und gepflegt. Hier ruhen wir uns aus, um am nächsten Tag weiter nach Tidrheste, dem Ziel unserer Reise zu fahren.

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