MAROKKO-PROJEKT

30 Jahre Marokko-Projekt des Jugendzentrums TEMPEL

Unser MAROKKO-Projekt hat seinen Ursprung schon im Jahr 1983, als eine Gruppe aus dem TEMPEL nach Marokko fuhr (um einen “rückgekehrten” Freund zu suchen) und, abseits der Touristenwege, die Oase Tidrheste entdeckte.
Der dortige Sheik (Bürgermeister) Ahmed Aramja, bot uns damals außer seiner Gastfreundschaft seinen Schutz an und legte damit den Grundstein für eine lange und dauerhafte Freundschaft zwischen uns und den BewohnerInnen der Oase.
Drei Jahre nach dem ersten Besuch in der Oase erreichte uns ein Brief als Hilferuf, da die seit Jahren währende Trockenheit den Wasserspiegel in der Oase derart abgesenkt hatte, dass eine Bewässerung des Landes und die Versorgung mit Wasser ohne technische Hilfe nicht mehr möglich war. Zur Rettung der Oase wurde eine starke Dieselpumpe benötigt, die Wasser aus 18 Metern Tiefe fördern und über die Oase verteilen kann.
Im Winter 1986/87 begannen wir mit den Vorbereitungen für das erste MAROKKO-PROJEKT.
Im Sommer 1987 fuhren wir dann mir drei VW-Bullies und allem, was sonst noch dazugehört, in die Oase Tidrheste.
Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die schon sieben Jahre währende Trockenheit in Südost Marokko zu katastrophalen Folgeerscheinungen geführt hatte.
Nach dem Kauf einer Motorpumpe durch unsere Gruppe haben wir den Aufbau und die Installation den BewohnerInnen der Oase überlassen müssen, da wir uns dazu unter den dort herrschenden klimatischen Bedingungen nicht in der Lage sahen.
Aber, wir sind dringend aufgefordert und gebeten worden, in die Oase Tidrheste zurückzukehren, um die begonnene Arbeit fortzusetzen, zu feiern und die Pumpe mit einem Fest einzuweihen – wir waren zu FreundInnen und PartnerInnen der AtlasberberInnen geworden und haben gelernt in einer anderen Kultur zu leben.
Nach dem ersten erfolgreichen MAROKKO-PROJEKT fanden noch acht weitere Reisen, zum Teil auch mit befreundeten Projektgruppen aus verschiedenen Jugendzentren statt.
“Unsere” Oase hat sich heute wieder erholt; mit Hilfe der Wasserpumpen konnte Getreide, Gemüse, Obst, Minze, Datteln u.v.a. angebaut und geerntet werden. Etwas 60% der Oase sind heute wieder fruchtbar. Ausserdem haben wir mitgeholfen eine Berberie (Viehzuchtstallung) aufzubauen, in der die dort geborenen Jungtiere Schutz finden, bevor sie mit Schaf- und Ziegenherden auf das freie Land dürfen.
Trotzdem haben viele der jüngeren OasenbewohnerInnen diese verlassen und sind zwischenzeitlich in die grösseren Städte abgewandert, um dort Arbeit zu finden und ihre Familien zu unterstützen.
Ostern 2002 waren mit drei Gruppen (insgesamt ca. 60 Leute) in der Oase und der Region Ait Ougrur. Die Gruppe aus dem TEMPEL und die Gruppe von SOS-Rassismus blieben in der Oase Tidrheste und gründeten mit dem Sheik und den Frauen der Region eine Weberei-Genossenschaft.
Ziel bei diesem Projekt ist es, im Zeitraum von 1998 bis 2002 insgesamt ca. 50.000 DM inDeutschland zu sammeln um in den Oasen eine Existenzgrundlage zu schaffen. Etwas mehr als die Hälfte des Geldes ist schon zusammengekommen, ein guter Grund um Ostern 2004 die Oasen zu besuchen.
Im Jahr 2004 fuhren wir (die Projektgruppe des Tempels) zusammen mit Jugendlichen und Teamern von SOS-Rassismus NRW erneut in die Oase Tidrheste.

Es hat in den letzten Jahren erhebliche Probleme gegeben:

Die gesamte Ernte wurde von Heuschrecken gefressen. Die Oasenbewohner haben zudem Probleme, Leute zu finden, die bei ihnen Arbeiten. Der Hintergrund ist, dass sich in Quarzazate die Filmhochburg Marokkos befindet. Dort werden gerne Monumentalfilme vor der beeindruckenden Kulisse der Palmenhaine gedreht und die marokkanische Bevölkerung wird benötigt, um Statistenrollen zu übernehmen. Die Leute vom Film bezahlen pro Tag einem Statisten so viel, wie sie normalerweise in einem Monat verdienen würden.
Menschlich, dass viele der Einwohner dieses Angebot gerne annehmen. Sie sind dann aber nicht mehr bereit, “normale” Arbeit für normalen Lohn zu verrichten.
Kurzsichtig ist, dass diese Menschen sich nicht länger um den Erhalt der Palmen und der Gärten kümmern und diese langsam aber sicher vertrocknen.
Die Folge wird sein, dass sich die Filmindustrie eine Gegend mit intakter Umwelt suchen wird und die Menschen rund um die Oase Tidrheste wieder bei Null anfangen müssen.
Aus diesem Grund wurde das Projekt der Webereigenossenschaft vorläufig auf Eis gelegt. Das neue Projekt ist die Errichtung eines Gebäudes an der neu gebauten Strasse nach Marrakesch. Dort können Menschen für wenig Geld übernachten, Tee trinken, Essen und regionale Produkte erwerben. Weiterhin unterstützen wir die Landwirtschaft und den Ausbau der Wasserversorgung in der Oase mit den mitgebrachten Spendengeldern.
Inzwischen ist das Gebäude bereits errichtet und wir sind gespannt, was uns bei unserer nächsten Fahrt nach Marokko erwartet.

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