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Das von unseren Projektmitteln angeschaffte Fahrzeug (ein alter Renault Rapid) würde noch gut funktionieren, wenn er auch sehr schlecht anspringt und der Motor bald einmal überholt werden muss.
Vorrangige Aufgabe sei es, das Wasserreservoir fertig zu stellen. Die alte Pumpe würde inzwischen sehr viel Diesel und Öl brauchen und die Kosten für die Bewässerung stark in die Höhe treiben.
Das Fundament des Wasserbassins war bereits fertig gestellt und wir verbringen einige Zeit damit, das Material und die damit verbundenen Kosten zu ermitteln, die der Bau der Ummauerung kosten wird.
Das Bassin hat eine Grundfläche von 8 x 8 Metern und soll eine 1,5 Meter hohe Einfassung bekommen.
Benötigt werden hierzu:
- 5 Tonnen Zement (1 Zentner kostet 50 DH = 5000 DH)
- Eisenstangen in der Stärke 10 mm und 8 mm, um der Mauer Stabilität zu geben. (40 Stangen a 35 DH = 1400 DH)
- 80 Meter Rohr als Verbindung von der Wasserpumpe zum Bassin (4 m Rohr kosten 30 DH = 600 DH)
- 4 Arbeiter verdienen je 50 DH/Tag, 1 Bauleiter verdient 70 DH/Tag (bei einer veranschlagten Bauzeit von 8 Tagen sind das insgesamt 2160 DH)
- 1 LKW-Transport von Quarzazate nach Tidrheste kostet 100 DH, um die Materialien (Sand, Zement, Eisen, Rohre usw. in die Oase zu bringen, sind 16 Fahrten in die Oase notwendig = 1600 DH)
Die Kosten für die Fertigstellung des Bassins belaufen sich auf insgesamt 10960 DH.
Um die Teppiche aus „unserer“ Teppichweberei an den Mann zu bringen, soll auf dem neu gekauften Gelände ein Magazin, wie bereits oben beschrieben mit Restaurant, Produktionsstätte usw. gebaut werden. Alles in allem würde die Verwirklichung dieses Projektes insgesamt 100.000 DH kosten.
Unsere Geldmittel sind beschränkt, wir sammeln über 2 Jahre Spenden, halten Vorträge über unser Projekt und danken unserem Gemeindeverband für die bisher jährliche Ausschüttung von Geldern für unsere Entwicklungshilfeprojekte.
In diesem Jahr hatten wir immerhin 5.000,00 € dabei, das sind umgerechnet 50.000 DH.Wie immer hat unsere Projektgruppe eine halbe Nacht und den nächsten Morgen diskutiert, wie das Geld am besten einzusetzen ist.
Priorität hat immer die Wasserversorgung, also sind schon einmal 1.100,00 € für die Fertigstellung des Wasserbassins verplant.
Mit den restlichen 3.900,00 € ist es schon schwieriger.
Wir haben noch ein Schreiben eines Lehrers der Schule unterschrieben mit „Hassan, der Sekretär“ aus Tidrheste dabei, der uns von einem Projekt berichtet, für 25 Familien in der Oase Toiletten und Duschen zu bauen. Der Bau einer Toilette und Dusche soll 1.100 DH kosten, die Familien erbringen aber eine Eigenleistung und so belaufen sich die Kosten für das Material noch auf 750 DH.
Dieses Projekt erscheint uns auch als sehr unterstützenswert.
Da wir aber mit dem Verfasser dieses Briefes noch nicht gesprochen haben, beschließen wir, für diese Projektidee 1.000,00 € zurückzuhalten.
Für den Bau des Magazins entschließen wir uns, eine Anschubfinanzierung von 2.900 DH zur Verfügung zu stellen.
02. April
Über den Weltempfänger von Guido hören wir von der Unwetterkatastrophe die Teneriffa überschwemmt hat, das erklärt uns auch den Regen in der Oase. Wir frühstücken wieder im Haus des Sheiks und suchen uns schon einmal die Teppiche aus, die wir privat kaufen und mit nach Hause nehmen wollen.
Die Straße nach Quarzazate ist wieder notdürftig geflickt worden und wir fahren mit einigen Leuten los, vor allen Dingen, um eine Werkstatt zu finden, die eine defekte Dieselleitung an Stefans Bulli reparieren kann und um die 5.000,00 € in Dirham umzutauschen, um einen Teil nach dem Abendessen an Ismail zu überreichen.
Wir finden mit Hilfe von Ismail und Driss eine Werkstatt, die den Wagen von Stefan für umgerechnet 5,00 € repariert. Die Dieselleitung wird ausgebaut, dann fährt ein Knabe mit dem Fahrrad los, um sie irgendwo hart löten zu lassen, nach ca. 2 Stunden ist das Auto repariert und wir können weiter – auf zum Campingplatz und der Dusche.
In Quarzazate gibt es einen Campingplatz, wir haben ihn den Platz mit den Brüllduschen getauft. Am Eingang prangt ein unübersehbares Schild mit der Aufschrift „Douche chaude“, aber, dieses Schild ist der blanke Hohn. Ich habe schon bei 35° Grad im Schatten unter dieser Dusche gestanden und heraus kam – Eiswasser. Man kann sich nicht vorstellen, wie kalt diese Duschen sind und man kann sie nur ertragen, wenn man sich laut Luft verschafft. In diesem Jahr waren ziemlich viele Camper auf dem Campingplatz und einige wollten uns schon zur Hilfe eilen, bei dem Gebrüll, das wir unter der Dusche veranstalteten. Einer unserer Leute konnte sie gerade noch zurückhalten, als sie mit Knüppeln bewaffnet die Dusche stürmen wollten.

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